Von:
Burkhard Pechmann

e-alt.de

„Wie will ich wohnen im Alter?“, fragen sich immer mehr Frauen und Männer. Manchmal stellt sich die Frage früher manchmal später. „Wie wollen wir wohnen?“, fragen sich die zwei Menschen einer Beziehung. Oder man findet mehrere Wesensverwandte. Und später will man einmal mit ihnen – oder anderen – als alternatives Wohnprojekt alt gewordener Menschen zusammen leben.

„Wie soll es jetzt mit unserer Mutter weitergehen?“, fragen sich die Geschwister. Manchmal stimmen sie mit ihrer Wahrnehmung überein. Sie sind selbst inzwischen älter geworden. Ihre eigenen Kräfte lassen nach, oder sie können aus anderen Gründen eines nicht: die Mutter zu Hause pflegen, den Vater Daheim versorgen.

Manchmal sind sie allerdings nicht einer Meinung! Die Tochter wohnt am Wohnort der Eltern, der Sohn lebt weiter weg. Das Verhältnis von Sohn und Mutter war anders geprägt als das von Tochter und Mutter. Eine längere nicht einfache Phase beginnt – bis schließlich der Sturz der Mutter alles beschleunigt: In Krankenhaus hieß es, dass sie in diesem Zustand nicht wieder nach Hause könne.

Nach ihrer Ankunft in einem Alten- und Pflegeheim lebt sich die alt gewordene Frau erstaunlich schnell ein: Sie wird darin unterstützt, wieder auf die Beine zu kommen. Ihre Mahlzeiten bekommt sie regelmäßig. Auch die Friseurin ist ein Mal in der Woche im Haus. Nach einiger Zeit will sie an den Veranstaltungen teilnehmen: Konzerte, Gesprächsrunden, Gottesdienste. Sie trifft auf andere Menschen. Kurz: Sie lebt auf!

Ihre Kinder entdecken: Mit dem Altenheim haben wir einen verlässlichen Ort für unsere Mutter gefunden. Auch wenn in den Medien Einzelfälle zu Recht angeprangert werden – sie machen die Erfahrung, dass ihre Mutter hier gut aufgehoben ist. Die Pflegerinnen und Pfleger leisten, wozu sie selbst Tag und Nacht nicht fähig wären.

Und ihre Mutter selbst? Sie kann nach einem bewegten Leben in Ruhe älter und alt werden, bis ihre abendlichen Worte vor dem Einschlafen endgültig Realität werden: „... denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit.“